endlich1 (performance), 2014

Der theoretische Hintergrund von Endlich1 stützt sich auf die Formulierung einer positiven Qualität von Verschwendung von Georges Bataille in “Die allgemeine Ökonomie”. Bataille präsentiert Verschwendung und Verausgabung als gesellschaftlich dämonisierte und unterschätzte Grundprinzipien des ökonomischen Handelns. Verschwendung muss unweigerlich in jedem System stattfinden, und wird entweder in glorreicher Form in Erscheinung treten (wenn kultiviert) oder in katastrophischer (wenn vernachlässigt).

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Endlich1 ist ein Einweghocker. Ziel des Projekts ist es, in der funktionalen Absurdität dieses Produkts positive Qualitäten ausfindig zu machen. Der Hocker wurde mit einer luxuriösen Hochglanzoberfläche veredelt und mit der mechanischen Antifunktion ausgestattet, unmittelbar nach dem ersten Gebrauch in einer spektakulären Selbstzerstörung sein Ende zu finden.

Seine sorgfältige Entwicklung, Realisierung und Inszenierung war ein unverhältnismäßig langer und mühsamer Prozess, in dem genug Zeit war nicht nur die Verschwendung des Hockers, sondern auch die Verschwendung unserer Arbeit als Designer zu fetischisieren. Auf diese Weise wurde das ursprünglich hypothetische Szenario der Ekstase bei der Zerstörung des Hockers, am Ende des Projekts Realität.